Was verberge ich vor mir und anderen?

Was du vor dir und anderen verbirgst, ist oft das, was am meisten nach Anerkennung sucht – nicht von der Welt, sondern von dir selbst. Meist sind es jene Anteile, die irgendwann als „nicht passend“, „zu viel“ oder „zu gefährlich“ empfunden wurden und deshalb ins Verborgene gerieten. Vielleicht sind es Emotionen wie Wut, Trauer oder Bedürftigkeit, die in deiner Umgebung keinen Platz hatten. Vielleicht sind es Sehnsüchte, Wünsche oder Träume, die du irgendwann als unrealistisch oder unangebracht abgetan hast. Vielleicht ist es ein tiefes Gefühl von Verletzlichkeit, das du nicht zeigen willst, weil du Angst hast, dass es nicht gehalten wird.

Diese verborgenen Teile zeigen sich oft indirekt. Manchmal spüren wir sie als innere Spannung oder Unruhe, als das diffuse Gefühl, dass „etwas fehlt“ oder dass wir nicht ganz wir selbst sind. Manchmal tauchen sie in Form von Projektionen auf: Das, was wir an anderen ablehnen oder bewundern, kann ein Spiegel unserer verdrängten Anteile sein. Oder sie äußern sich durch bestimmte Muster – das ständige Streben nach Perfektion könnte eine tief vergrabene Angst vor Wertlosigkeit verbergen, übermäßige Kontrolle könnte eine unbewusste Unsicherheit kaschieren.

Die entscheidende Frage ist nicht nur, was du verbirgst, sondern warum. Welche frühen Erfahrungen haben dazu geführt, dass du diese Teile von dir aus dem bewussten Erleben ausgeschlossen hast? War es Angst vor Ablehnung, das Bedürfnis nach Sicherheit, eine gesellschaftliche Norm, die du verinnerlicht hast? Und ist es vielleicht an der Zeit, vorsichtig hinter die Fassade zu blicken und zu prüfen, ob das, was du versteckt hast, nicht doch einen wertvollen Platz in deinem Leben verdient?

Es braucht Mut, sich dem Verborgenen zuzuwenden. Doch oft liegt gerade dort das, wonach wir insgeheim suchen: Echtheit, Lebendigkeit, Freiheit. Vielleicht kannst du mit einer kleinen Frage beginnen: Wenn ich ganz ehrlich zu mir wäre – was würde ich mir eingestehen? Und kannst du es vielleicht, ohne Urteil, einfach einmal da sein lassen?

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